Die Burg Santa Bárbara.

Alicante hat viele Schätze zu bieten, doch die meistbesuchte Sehenswürdigkeit ist zweifellos ein Bauwerk, das erhaben über der Stadt thront: die Burg Santa Bárbara auf dem Berg Benacantil.

 

 

Jahrhundertelang war sie nicht nur Zeitzeugin, sondern hat selbst eine wichtige Rolle im jahrtausendealten Alicante gespielt. Tausende Jahre alt sind auch die Steine, aus denen die dicken Festungsmauern bestehen.

Alicante hat viele Schätze zu bieten, doch die meistbesuchte Sehenswürdigkeit ist zweifellos ein Bauwerk, das erhaben über der Stadt thront: die Burg Santa Bárbara auf dem Berg Benacantil. Jahrhundertelang war sie nicht nur Zeitzeugin, sondern hat selbst eine wichtige Rolle im jahrtausendealten Alicante gespielt. Tausende Jahre alt sind auch die Steine, aus denen die dicken Festungsmauern bestehen.

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Die Burg Santa Bárbara wurde 1961 zum historisch-künstlerischen Denkmal und Kulturgut erklärt. Sie ist eines der bekanntesten Monumente in Alicante und lockt die meisten Besucher an. Die Festung erhebt sich in 166 m Höhe und bietet eine wunderschöne Aussicht auf die Stadt, ihre Bucht und das weite Mittelmeer, an dessen Ufer sie errichtet wurde. Das Gemäuer hat viel Aufregendes zu erzählen, denn in rund 1.200 Jahren hat es so einiges erlebt …

Die Burg Santa Bárbara steckt voller Legenden und Geschichten, von denen einige erfunden, andere dagegen aber wahr sind, so unglaublich sie auch klingen mögen, wie beispielsweise die Minensprengung durch die französischen Truppen. Sie können einen Großteil dieser Geschichten erfahren. Wir haben uns in eine der szenischen Burgführungen eingeschlichen und sind der Reiseführerin Sara und den Figuren gefolgt, die uns eine Stunde lang auf einer geschichtlichen Zeitreise durch Jahrhunderte voller Ruhm, Kriege, Schlachten, Liebesgeschichten, Exile und mehr begleiten.

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Unser Abenteuer beginnt in der größten der sechs Zisternen, die die Burg Santa Bárbara einst besaß. Sie stammt aus dem 16. Jahrhundert und befindet sich neben dem Parkplatz. Im Innern herrscht eine angenehme, gleichbleibende Temperatur und es scheint, als besäße die in den Fels gegrabene, hohe Zisterne eine eigene Klimaanlage. Die Frische ist aber natürlichen Ursprungs. Dank der Zisternen wurden die Bewohner der Burg, die zeitweise bis zu 14.000 Soldaten beherbergte, mit Wasser versorgt. Die Besichtigung ist sehr kurzweilig und lehrreich, und so erfahren wir wissenswerte Dinge über die Abdichtung der Felswände, die durch Abreiben mit Kalkstein erfolgte, und über die Sauberhaltung des Wassers anhand von Karpfen, die man in die Zisternen setzte.

aljibe castilloZu Beginn der Besichtigung begegnen wir der ersten Figur namens Jacinta „La Emperadora“ („Die Kaiserin“), bei der es sich eigentlich um eine Bettlerin handelt. Sie berichtet von der jüngeren Geschichte der Burg, nämlich von den Bettlern, die in den 50er-Jahren in den damals verlassenen Gemäuern lebten. Auf unterhaltsame Weise schildert sie uns Abenteuer interessanter Festungsbewohner und zwei Legenden, die sich rund um die Anlage ranken. Die erste ist als die Legende des Cara del Moro bekannt und handelt von der verbotenen Liebe zwischen Alí und der Prinzessin Cántara und deren tragischem Ende: Sie stürzte sich von der Burg den Berg Benacantil hinab, als man ihr die Beziehung zu ihrem Geliebten verwehrte. Daraufhin soll am Benacantil, auf dem sich die Burg erhebt, eine Felsformation entstanden sein, die vom Postiguet-Strand aus gesehen dem Profil eines Arabers samt Turban ähnelt und deshalb als „Cara del Moro“ („Maurengesicht“) bekannt ist.

teatralizadaDie Geschichte ist ein fester Bestandteil der szenischen Führungen, die von den historischen Begebenheiten rund um die Burg erzählen und diese mit Legenden abrunden. Beispielsweise die des einstigen Gouverneurs der Burg, Nicolás Peris, der um 1256 heftigen Widerstand gegen den Verlust der Festung an Jakob II. leistete. Er starb schließlich, die Schlüssel fest umklammert, und es war unmöglich, sie ihm abzunehmen, weshalb man ihm die Hand abschneiden musste. Man erzählt sich, dass in manchen Nächten Schreie in der Burg zu hören sind, die offenbar von dem Gouverneur stammen, der seinen Verlust bejammert.

Den nächsten Halt machen wir im Kerker der Burg, einem düsteren, kalten Ort, an dem die Besucher erfahren, dass hier während des Spanischen Bürgerkriegs 50 Häftlinge gefangen gehalten wurden. Mit einem Nagel, den sie einander weiterreichten, schrieben sie alle ihre Namen in den Stein. Diese Markierungen findet man heute draußen, auf dem Boden eines der Aussichtspunkte der Burg. Die kleine, düstere Anlage wurde mit Folter- und Hinrichtungsinstrumenten versehen, die zu den Geschichten der Reiseführerin passen.

remigio el bombas, castilloDie szenische Besichtigung erzählt verschiedene Geschichten über die Burg und untermalt die wichtigsten Ereignisse mithilfe der Schauspieler, die einige historische Episoden der Festung in Szene setzen.

Remigio “El Bombas“ (etwa: „Der Bombenleger“) ist die nächste Figur, der wir auf unserer Besichtigung begegnen. Er war ein Artillerist im sogenannten Spanischen Unabhängigkeitskrieg und erklärt zwischen zwei Passagen die Explosion der burgeigenen Kapelle Santa Bárbara. Er steht dabei in der Ruine der ehemaligen Getreidemühle unter der Pulverkammer und gestikuliert wild. Wenn man genau hinschaut, erkennt man noch immer Mühlenräder in der Nähe von Remigio „El Bombas“. Bei der Explosion der Kapelle kamen einst 70 Personen ums Leben, darunter auch der Gouverneur der Burg.

doña violante de Aragón, castilloFast unmerklich färbt der Sonnenuntergang den Himmel rot. Während uns die Besichtigung weiter hinaufführt, betreten wir den Wappensaal der Burg, wo uns eine weitere historische Figur erwartet: Violante von Aragón. Sie berichtet uns, wie sie einst dem Druck standhielt, ihrem Gatten, König Alfons X. dem Weisen, den ersehnten Thronfolger zu schenken und so die Allianz zwischen den Kronen Kastiliens und Aragoniens zu festigen. So täuschte sie eine gescheiterte Schwangerschaft vor, was die Schauspielerin recht unterhaltsam erzählt und die Reiseführerin mit historischen Daten abrundet. Die Besucher, die an der szenischen Führung teilnehmen, atmen erleichtert auf, als sie erfahren, dass das Königspaar letztlich zehn Kinder hatte.

 

teatralizadasDie letzte Figur erscheint nur wenige Meter entfernt im Graben, während die Nacht hereinbricht. Es ist Marschall Claude D’Asfeld, der eine zentrale Rolle bei der Minensprengung im Spanischen Unabhängigkeitskrieg spielte. Mit markant französischem Akzent enthüllt uns der zeitgemäß kostümierte Schauspieler mit dem Schwert in der Hand die Geheimnisse einer der bekanntesten und zugleich unglaublichsten Vorfälle in der Burggeschichte. Die französischen Truppen brachten 1.500 Zentner Feuerpulver in die Mine, um damit die englischen Truppen zu verjagen, die sich in der Festung niedergelassen hatten. Sie jagten das Pulverlager dann am 28. Februar 1709 in die Luft, während die Engländer genau über der Mine ein Bankett abhielten. Die Engländer hatten der Warnung des französischen Marschalls, die Mine der Burg sprengen zu wollen, keinen Glauben geschenkt. Wenngleich sie sein Ultimatum, die Festung innerhalb von 72 Stunden zu verlassen, nicht wirklich ernst nahmen, errichteten sie schließlich einen Verbindungsstollen, um die Wirkung der Explosion abzuschwächen. Doch auch so konnten sie das von der Explosion angerichtete Massaker nicht vermeiden. Nichtsdestotrotz hielten die englischen Truppen der französischen Belagerung noch 46 Tage stand. Nach dem Auftritt des Marschalls schildert die Reiseführerin die näheren Umstände dieses Vorfalls und erklärt einmal mehr die historischen Zusammenhänge.

Die Besichtigung geht damit zu Ende. So mancher Besucher hat noch ein paar Fragen, die Sara völlig locker beantwortet. Die Burg ist mittlerweile auf besondere Weise beleuchtet und man kann sich gut vorstellen, wie die Menschen dort in den Epochen gelebt haben mussten, von denen uns die historischen Figuren und Sara berichtet haben. Die Bucht ist nicht mehr zu erkennen, doch verspürt man hoch oben in der Burg ein enormes und freudiges Gefühl der Freiheit.

Anreise:

Die Burg ist über einen Aufzug am Strand Playa del Postiguet, für dessen Schacht der Felsen ausgehöhlt wurde, zu Fuß oder mit dem Auto über die Landstraße an der Nordseite des Monte Benacantil, die an der Straße Calle Vázquez de Mella beginnt, zu erreichen. Am Hang des Monte Benacantil befindet sich der Ereta-Park, ein hübsches Areal mit Restaurant, Café und Ausstellungsraum. Von hier hat man eine wunderschöne Aussicht auf die Stadt und die Altstadt, zu der man über mehrere Tore des Parks gelangt. Ein Kuriosum ist die sog. “Cara del Moro”, die von der Playa del Postiguet aus erkennbare Form eines menschlichen Gesichts im Felsen des Berges, auf dem die Burg steht. Es ist eines der wichtigsten Wahrzeichen der Stadt.

Adresse:

Monte Benacantil. S/N 03002 Alicante, España TEL +34 965 26 31 31 Coordenadas: 38.348952,-0.477583 ‎ 

Öffnungszeiten:

Schloss:

Von Montag bis Sonntag : 10:00-24.00 Uhr

Aufzug:
  • Von Montag bis Sonntag: 10h00 -23.30 Uhr
  •  Preis: 2.70 E,  Kostenlose 19.45 bis 23.30 Uhr

Schloss:

  • Von Montag bis Sonntag : 10:00-22.00 Uhr
Aufzug:
  • Von Montag bis Sonntag: 10h00 -19.20 Uhr
  •  Preis: 2.70 E

Schloss:

  • Von Montag bis Sonntag : 10:00-20.00 Uhr
Aufzug:
  • Von Montag bis Sonntag: 10.00 -19.20 Uhr
  •  Preis: 2.70 E

Schloss:

  • Von Montag bis Sonntag : 10:00-22.00 Uhr
Aufzug:
  • Von Montag bis Sonntag: 10.00 -19.20 Uhr
  •  Preis: 2.70 E

 

Mehr Info: http://www.castillodesantabarbara.com

 

 

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