Lieber Windjammer-Freund, wir möchten Sie zu einem der letzten großen Abenteuer unserer technisierten Zeit einladen; zu einer Reise auf dem großen Traditionssegler STS SEDOV!

_MG_8091Wir bieten Ihnen eine ganz besondere Möglichkeit, dem modernen Alltag zu entfliehen und einzutauchen in die Welt der alten Seefahrer. An Bord der SEDOV werden Sie ein Teil der Mannschaft und ihrer Arbeit. Sie erleben mit Gleichgesinnten die Faszination des Meeres!

Die Viermastbark SEDOV wird Sie zu den schönsten Küsten und Hafenstädten zwischen Azoren und Bosporus führen. Und zu einmaligen Naturschauspielen wie den aktiven Vulkanen der Liparischen Inseln vor Sizilien. Sie nehmen Teil an einer Regatta im Schwarzen Meer, der Flensburg-Nautics und der Hanse-Sail. Zusammen mit vielen anderen Großseglern!

Nutzen Sie die Gelegenheit, mit der SEDOV zu einmaligen Orten und berühmten maritimen Events zu segeln!

Willkommen an Bord!

Die STS SEDOV lief am 23. März 1921 als ”Magdalene Vinnen II” auf der Kieler ”Friedrich Krupp Germaniawerft” vom Stapel. Sie war das zweite nach der Ehefrau des Bremer Reeders Friedrich Adolf Vinnen benannte Schiff, das für die Reederei F. A. Vinnen in Bremen segelte; unter anderem bis 1931 in der chilenischen Salpeterfahrt, wobei sie mehrmals Kap Hoorn umrundete. Nach 1931 war sie in der australischen Weizenfahrt eingesetzt.

IMG_8594

Im Jahre 1936 erwarb der Norddeutscher Lloyd den Segler und nannte in ”Kommodore Johnsen”. Anfang März 1937 entging sie auf einer Rückreise von Buenos Aires nach Hamburg nur knapp dem Untergang, als in der Nähe der Azoren in einem Sturm, der sich zum Hurrikan entwickelte, das Getreideschott unter Luke III nachgab und sich ihre als Schüttgut geladene Ladung von 4.963 Tonnen Weizen verschob. Trotz der Versuche der Besatzung, die Ladung auf offener See umzutrimmen, krängte das Schiff am Morgen des 3. März bis zu 56°. Sein Kapitän Otto Lehmberg funkte schließlich SOS, und der niederländische Frachter ”Sliedrecht” und der deutsche Tanker ”Winkler” eilten zu Hilfe. Als letzte Rettungsmaßnahme ließ der Tanker Öl auf die See laufen, um die Macht der Wellen zu verringern. Mit Erfolg! Der Sturm flaute am Abend des Tages ab, woraufhin das Umtrimmen der Ladung gelang. Die ”Kommodore Johnsen” war gerettet und konnte aus eigener Kraft ihre Reise fortsetzen.

IMG_2770Nach dem Zweiter Weltkrieg gelangte das Schiff im Mai 1945 in britischen Besitz und am 20. Dezember 1945 als Reparationszahlung in die Sowjetunion, die sie nach Odessa verlegte. Im Januar 1946 erhielt sie ihren heutigen Namen, der mit den beiden vorigen Namen nebst Jahreszahl in ein Messingzierband des Ruderrades eingraviert ist. Als Segelschulschiff im Besitz des sowjetischen Fischereiministeriums trat sie 1951 ihre erste Reise an. Von 1952 bis 1957 diente die ”Sedov” als Schulschiff der sowjetischen Marine. Mehrere Freundschaftsbesuche unter verschiedenen Kapitänen führten sie nach Südamerika und Afrika. Von 1957 bis 1966 war sie, mit Kadetten an Bord, als ozeanographisches Forschungsschiff im Atlantik unterwegs. In dieser Zeit wurde das komplette laufende Gut nach den originalen Takelplänen erneuert. 1966 wechselte sie zu ihrem neuen Eigner, dem sowjetischen Fischereiministerium. Ihr Liegeplatz wurde die Newa in Leningrad. Nach wenigen Ausbildungsfahrten im Finnischen Meerbusen wurde sie in Kronstadt aufgelegt. Nach dem Eintrag im Lloyds-Register war sie von 1967-1982 nicht als fahrendes Schiff vermerkt. Zwischen 1975 und 1981 lag sie dann in der Marinewerft Kronstadt im Trockendock, wo sie komplett überholt wurde. Der Rumpf wurde entrostet, repariert und mit Rostschutzfarbe versehen, danach erhielt sie einen weißen Anstrich. Die einstigen Zwischendeckladeräume wurden für die Aufnahme von mehr als 240 Mann umgebaut und eingerichtet. Zusätzlich verfügt die Viermastbark dort über entsprechende Sport-, Schulungs- und Unterrichtsräume mit Film- und Videoausrüstung. Einmalig auf einem Segler ist der große Festsaal mit Bühne und einem kleinen angebauten Museum zur Geschichte des Schiffes und seines Namensgebers. Eigner ist seit 1991 die staatliche Technische Universität Murmansk, vormals Staatliche Akademie der Fischereiflotte.

Neben ihrer Hauptaufgabe als Ausbildungsschiff für Kadetten der staatlichen Technischen Universität Murmansk bietet die „Sedov“ seit 1986 Interessierten die Möglichkeit, als aktiver Teil der Besatzung mit zu segeln. Die ”Sedov” ist als “schwimmendes Museum” immer wieder ein gern gesehener Gast in allen Häfen dieser Welt.